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Grundlagen Fitness
  Ein guter Sportler gilt im Allgemeinen als fit. Stimmt das wirklich?
  Quelle:
  Thilo Pasch,
Sportphysiotherapeut
 

Der Begriff Fitness wird von vielen Menschen mit sehr persönlichen Adjektiven belegt. Der eine meint, mit Fitness die allgemeine Gesundheit, der nächste spricht vom Waschbrettbauch, der nächste wiederum von Fettfreiheit. Je nach persönlichen Erfahrungen wird dieser Begriff mit sehr individuellen Vorstellungen in Verbindung gebracht.
Das superschlanke Model wird eine andere Assoziation bei diesem Begriff haben, als der Cardiologe oder der Gewichtheber.
Auch scheint die Definition von Fitness immer wieder Modeerscheinungen unterworfen zu sein. In den Achtzigern beherrschten Aerobic und Bodybuilding den Fitnessmarkt, danach folgten Spinningkurse und später wurde sogar Pilates wieder ausgegraben und als etwas völlig Neues verkauft. Momentan sind elektrisch gesteuerte Platten, die man vor seinem Fernseher aufbaut und damit über einen Computer Sport simuliert, der Renner.

Ein guter Sportler gilt im Allgemeinen als fit. Stimmt das wirklich?

Die körperliche Fitness besteht aus vier Säulen.

1.Die Ausdauer,
oder besser gesagt, die Belastbarkeit des Herz- Kreislaufsystems. Sie wird trainiert durch lange, aber nicht maximale Belastung. Die Trainingsmöglichkeiten bestehen aus Laufen, Walken, Fahrradfahren, Gymnastikkursen, und, und, und.
Man nennt dieses Training auch aerobes Training, da diese Belastung mit dem Treibstoff Luft (Aero), also Sauerstoff funktioniert. Regelmäßiges Training stärkt den Herzmuskel, die Gefäße und die Lunge.

2.Das Krafttraining,
oder Muskelaufbau. Die Kraft wird trainiert durch progressives Widerstandstraining. Eine gute Möglichkeit bieten hier die guten alten Hanteln. Es können aber auch Gummibänder oder das eigene Körpergewicht (z.B. Liegestütze oder Klimmzüge…) benutzt werden. Die Fitnessindustrie hat mittlerweile sehr gute Kraftmaschinen entwickelt, wie man sie in modernen Fitnessstudios findet. Beim Fitnesssportler geht es in erster Linie um den Ausgleich von muskulären Dysbalancen. Hierdurch werden Gelenke, die Wirbelsäule und der gesamte Bewegungsapparat unterstützt.

3.Das Beweglichkeitstraining
Die Beweglichkeit wird durch Dehnungen trainiert. Durch einen allgemein üblichen Bewegungsmangel und durch Fehlbelastung, beispielsweise durch monotone Bewegungen bei der Arbeit, neigen gewisse Muskelgruppen zur Verkürzung. Um auch hier eine Entlastung des Bewegungsapparates zu gewährleisten, müssen diese Muskelgruppen regelmäßig gedehnt werden.

4.Das Koordinationstraining
verbessert das Zusammenspiel von Muskeln und Nerven. Das Gleichgewichtsgefühl und das Orientierungsvermögen wird auf verschiedenste Arten trainiert. Einige Beispiele wären Tanzen oder Sportspiele, auch der Wechsel in fremde Sportarten oder das Training mit dem entsprechenden Sportgerät (Ball, Schläger…). Kampfsportarten sind hervorragende Koordinationsverbesserer.

Zurück zur Anfangsfrage: Ist ein guter Sportler wirklich fit?

Ein Sportler kann in seiner Sportart durchaus gut sein, das heißt aber noch lange nicht, dass er wirklich fit ist. Nehmen wir einmal das Beispiel des guten Langstreckenläufers. Es gibt in dieser Sportart viele, die jegliche Kraft und koordinative Fähigkeit verloren haben. Das ist aber nur ein Beispiel. Die meisten Profisportler oder zumindest deren Trainer wissen, wie wichtig es ist, keine der Fitnesssäulen zu vernachlässigen. Ein Waschbrettbauch sieht zwar toll aus, aber dieser allein ist noch kein Garant für eine gute Fitness.

Jeder ist hier selbst gefragt. Man kann die verschiedenen Leistungsparameter natürlich testen lassen, aber eigentlich weiß man selbst ganz gut, wo seine eigenen Schwächen liegen.
Leider sind es meistens die Trainingsarten, die man am wenigsten mag. Das heißt also, der wahre Fitnesssportler trainiert nicht seine Stärken, sondern seine Schwächen!

Wer mit sich als Neuling mit dem Fitnesssport beschäftigen möchte, sollte vorher einen Check bei einem Arzt machen und danach einen ausgebildeten Trainer aufsuchen. Wenn man sich jetzt noch gesund und ballaststoffreich ernährt (das ist aber ein anderes Thema), sollte dem ewigen Leben nichts im Wege stehen.



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